OT 114 geht auf die „Tour de Ruhr“

Der OT 114 Paderborn wandelte einen Tag auf den Spuren der großen Industriefamilien Krupp, Thyssen und Haniel im Ruhrgebiet:

Für den diesjährigen Ausflug machte sich der OT 114 am 3. Oktober diesen Jahres zu feiertagsunwürdiger Zeit gegen 08:30 Uhr auf den Weg ins Ruhrgebiet, um sich in Europas drittgrößtem industriellen Ballungsraum die übrig gebliebenen Zeugen des Industriezeitalters anzusehen.

Nach kurzweiliger Busfahrt wurden die Teilnehmer auf dem Weltkulturerbe Zollverein erst einmal kulinarisch empfangen. Dr. Erich Köster und Andreas Thielmann (DP 5) vom OT 88 Essen hatten einen kleinen Sektempfang mit Häppchen vorbereitet („dafür noch einmal herzlichen Dank!“), so dass die gemeinsame Erkundung des Areals gestärkt beginnen konnte.

weihnachtspäckchenkonvoiAls Höhepunkt bot sich während des Rundganges ein zentraler Blick vom Dach der Kohlenwäsche über mehr als die Hälfte des industriell geprägten Nordens der Region.
Die von der Familie Haniel 1845 gegründete Zeche Zollverein steht eindrucksvoll für den Wandel. Ehemals größte Zeche Europas, wurde sie 1986 als letzte Zeche der Stadt Essen stillgelegt und ist heute von der UNESCO als Welterbe geadelt.

An den Sehenswürdigkeiten der Stadt Essen (Krupp-Weststadt, Aalto-Theater, Philharmonie und Grugahalle) vorbei ging es mit dem Bus weiter zur „Margaretenhöhe“ zu einem Spaziergang durch die denkmalgeschützte Siedlung mit anschließendem Mittagessen.

Am Nachmittag ging die Fahrt weiter zu Deutschlands größtem Einfamilienhaus: Alfred Krupp hat sich hier hoch über der Ruhr die „Villa Hügel“ gebaut. Der Besuch zeigte eindrucksvoll die Größe der Familie und Firma sowie die Prägung der Region über fünf Generationen Krupp weit über die Grenzen der Stadt Essen hinaus.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tour war schließlich das stillgelegte Thyssenhochofenwerk, der heutige Landschaftspark Duisburg-Nord. Bergsteiger und Taucher begegnen einem kurioserweise in diesem Koloss der Industriegeschichte, der zu einem offenen Freizeitindustriepark entwickelt wurde. Erklärungen zur Eisengewinnung, aber auch eine zünftige Rutschpartie für die jüngeren Teilnehmer, ließen die Zeit im Fluge vergehen.

Den abschließenden Anstieg auf einen der Hochöfen absolvierten, auf Grund eines anstürmenden Gewitters, nur noch die wettererprobtesten Teilnehmer. „Datt regionaltypische Currywurstessen“ im Hauptschalthaus setzte einen würdigen Schlusspunkt unter einen sehr eindrucksvollen Ausflug, bei dem immerhin während des Tages 7 von 53 Ruhrgebietsstädten durchfahren wurden. (Auch die imaginären Grenzen zwischen „Schwarz-Gelb“ und „Blau-Weiß“ wurden mehrfach überschritten…:-)

Begleitet wurde die Gruppe von Arndt Wiegel (Schwager des aktuellen OT 114 Präsidenten), dessen Agentur Zeitsprung, mit Sitz auf Zollverein, sich mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet beschäftigt. Informationen und Erklärungen aus „erster Hand“ und so manches Insiderdetail korrigierten bei uns Ostwestfalen eventuell vorhandene Vorurteile über die Region Ruhrgebiet.